Die BG GutsMuths Quedlinburg Panthers/ Martineum Halberstadt haben ihr erwartet schweres Auswärtsspiel beim USC Magdeburg I mit 71:53 verdient gewonnen – ein Erfolg, der für die aktuelle Saison von großer Bedeutung ist.
In der ersten Halbzeit bereitete die aggressive Pressverteidigung der Magdeburger den Panthers noch spürbare Schwierigkeiten. Immer wieder gelang es dem USC, Druck auf den Spielaufbau auszuüben und Tempo sowie Rhythmus der Gäste zu stören. „Wir hatten in der ersten Halbzeit Probleme gegen die Presse des USC, aber ab dem dritten Viertel haben wir uns umgehend darauf eingestellt“, erklärte Trainer Nestor Katsagiorgis. Genau hier wurde der Unterschied sichtbar: Ab dem dritten und insbesondere auch im vierten Viertel lief die Offensive der Panthers sehr strukturiert, während die Defensive die Zügel spürbar anzog. Durch die Umstellung auf eine Zonenverteidigung verhinderten die Panthers erfolgreiche Distanzwürfe des USC, der dadurch kaum noch einfache Würfe bekam. Schritt für Schritt wuchs der Vorsprung an – ein reifer, kontrollierter Auftritt in der zweiten Hälfte.
Helten und Schneider führen das Team
Alexander Helten war erneut einer der prägenden Spieler der Partie. Mit 27 Punkten, darunter fünf erfolgreiche Dreier, lenkte er die Offensive geschickt und übernahm in den entscheidenden Momenten Verantwortung. Sein Beitrag war zentral, um die Panthers sicher durch die Druckphasen der Magdeburger zu führen. Auch René Schneider zeigte eine bemerkenswerte Leistung: Über die gesamte Spielzeit von 40 Minuten setzte Magdeburg ihn massiv unter Druck, doch Schneider behielt die Ruhe, traf gute Entscheidungen und organisierte das Spiel souverän. Für Trainer Katsagiorgis ist dies ein weiterer Beleg für seine positive Entwicklung. Der 21-jährige Bachir Gaye überzeugte abermals unter den Brettern und zeigte in seinen 20 Minuten Einsatzzeit hohe Präsenz, wichtige Rebounds und körperliche Stabilität.
Freiwürfe bleiben Kritikpunkt des Trainers
Trotz des deutlichen Auswärtssieges fand der Coach auch klare Worte zur größten Baustelle: der Freiwurfquote. Mit 59 Prozent aus der Linie blieb die Mannschaft deutlich unter dem Anspruch. „Das sind einfache Punkte. Auf dem Level, auf dem wir uns bewegen, müssen mindestens 70 Prozent verwandelte Freiwürfe der Standard sein“, sagte Katsagiorgis.

Bachir Gaye, hier am Ball, sorgte für viel Unruhe unter den Körben und schaffte so zweite- und dritte Wurfchancen für das Team (Foto: Marko Heiroth)
Jugend rückt nach – 14-Jähriger Matlach feiert Premiere
Besonders erfreulich war die Premiere von Jannik Matlach, der als 14-Jähriger seine ersten Minuten im Herrenbereich erhielt und dabei knapp neun Minuten lang wichtige Erfahrung sammeln konnte. Natürlich muss er sich an die Physis und Geschwindigkeit der Liga erst gewöhnen, doch der Trainer sieht darin einen wichtigen Schritt. „Das zeigt, wie positiv unsere Nachwuchsarbeit verläuft. Ich ermögliche jungen Spielern aus der U16 bewusst den Zugang zur Herrenmannschaft, wenn Einsatz und Leistung stimmen.“ Auch der 15-jährige Emil Ottersberg unterstützte das Team von der Bank mental, während der 17-jährige Timon Hilse krankheitsbedingt fehlte, aber im Training starke Leistungen zeigt. „Wir haben viele Talente, die wir nach und nach integrieren“, betonte der Trainer.
Blick nach vorn: Warnschuss aus Halle
Der Sieg war enorm wichtig, denn die Panthers stehen nach sechs Saisonspielen nun bei drei Siegen und drei Niederlagen – ein ausgeglichenes, aber richtungsweisendes Zwischenfazit. Das nächste Spiel führt das Team zu den Kangaroos nach Kalbe/Milde. Diese sorgten zuletzt für eine Überraschung, als sie den USV Halle mit 98:80 besiegten. „Ein Warnschuss“, so Katsagiorgis. „Wir werden uns jetzt explizit auf das kommende Spiel vorbereiten. Die Lorbeeren sind geerntet – nächstes Wochenende starten wir wieder bei Null.“
Mit dem deutlichen und reifen Auftritt in Magdeburg haben die BG GutsMuths Quedlinburg Panthers/ Martineum Halberstadt ein Ausrufezeichen gesetzt, sportlich wie strukturell.
Es spielten: Alexander Helten (27 Punkte, 5 Dreier), Jannik Matlach, Gunter Schimpfermann (9, 1/2 Freiwürfe, 2), Christopher Hahn (5, 1/2), Jörg Göhler (2), Christian Meier, René Schneider (14, 4/6), Bachir Gaye (8, 2/5), Dustin Fessel (4, 2/2)


