Panthers verlieren Spitzenspiel mit nur einem Punkt

77:78 gegen USC Magdeburg: Starke Aufholjagd und ein herausragender 15-Jähriger begeistern über 150 Zuschauer

Ein Punkt fehlte zur Überraschung: Die Herren I der Basketballgemeinschaft GutsMuths Quedlinburg/Martineum Halberstadt mussten sich am Samstagabend in der heimischen Bodelandhalle dem USC Magdeburg mit 77:78 geschlagen geben. Nach einem schwierigen Auftakt kämpften sich die Panthers eindrucksvoll zurück und boten dem Regionalliga-Absteiger bis in die letzten Sekunden Paroli. Über 150 Zuschauer erlebten ein intensives, spannendes und trotz aller körperlichen Härte faires Spitzenspiel, dass von zahlreichen Führungswechseln geprägt war.

Die Panthers hatten es somit an den ersten beiden Spieltagen mit den beiden Hauptanwärtern auf die diesjährige Landesmeisterschaft zu tun. Nach der 69:83-Auswärtsniederlage beim VfL Kalbe/Milde sollte gegen Magdeburg vor heimischem Publikum der erste Sieg gelingen. Die Voraussetzungen dafür waren allerdings alles andere als optimal. „Dustin Fessel und Christopher Hahn konnten kurzfristig krankheitsbedingt nicht antreten. Dazu müssen wir noch vier Wochen auf Kapitän Sebastian Lindenberg verzichten. Das sind natürlich keine optimalen Vorzeichen“, erklärte Trainer Nestor Katsagiorgis. „Schon im Scouting war klar, dass Magdeburg mit seinen physischen und spielerischen Möglichkeiten in dieser Saison eine Klasse für sich ist. Aber wir schrecken davor nicht zurück. Mit Alexander Helten und René Schneider haben wir zwei zuverlässige Kräfte an Bord, die Verantwortung übernehmen und Team ebenso führen. Zugleich müssen aber auch alle anderen Akteure ihre Potenziale auf das Parkett bringen. Das ist der Anspruch, den ich an den Mannschaft stelle.“

Zunächst bestimmte jedoch der USC das Geschehen. Die Panthers fanden im ersten Viertel zu selten ihren Rhythmus und gerieten mit 14:30 deutlich ins Hintertreffen. Magdeburg nutzte seine körperlichen Vorteile, punktete von außen und an der Freiwurflinie. Zwischenzeitlich wuchs der Rückstand der Gastgeber sogar auf 19 Punkte. Die Panthers ließen sich jedoch nicht abschütteln. Im zweiten Viertel begegneten die Gastgeber dem Favoriten auf Augenhöhe und gewannen den Abschnitt deutlich mit 27:16. Zur Halbzeit war beim Stand von 41:46 alles offen. Auch nach der Pause blieben die Gastgeber konzentriert, entschieden das dritte Viertel mit 27:19 für sich und gingen mit einer 68:65-Führung in den Schlussabschnitt.

Wesentlichen Anteil an dieser Wende hatten Alexander Helten und René Schneider. Helten spielte eine ausgesprochen überlegte Partie und wurde mit 24 Punkten bester Werfer der Panthers. Schneider koordinierte das Spiel souverän und steuerte 20 Punkte bei. Beide standen während ihrer gesamten Einsatzzeit unter immensem körperlichem Druck durch die Magdeburger Verteidigung. „Alexander hat sehr kluge Entscheidungen getroffen und auch unter Druck die Übersicht behalten. René hat unser Spiel gut geordnet und dem Team Sicherheit gegeben“, lobte Katsagiorgis. „Ich bin sehr zufrieden damit, wie beide die Mannschaft geführt haben. Gegen eine so intensive Defensive ist das eine anspruchsvolle Aufgabe.“

Auch Rückkehrer Ricardo Thomas stärkte die Mannschaft. In rund 15 Minuten Spielzeit überzeugte er vor allem defensiv und lieferte wichtige Unterstützung in einer Begegnung, die allen Beteiligten viel abverlangte. Gunter Schimpfermann brachte zusätzliche Dynamik aufs Feld und erzielte in knapp 18 Minuten neun Punkte.

Ein besonderes Ausrufezeichen setzte der erst 15-jährige Jannik Matlach. In 35 Minuten Spielzeit gelangen dem Jugendspieler 16 Punkte. Noch wertvoller war jedoch seine Arbeit auf der Centerposition: Defensiv behauptete er sich gegen körperlich starke Gegenspieler. Im Angriff wurde er gezielt eingebunden, erarbeitete immer wieder offensive Rebounds und stellte die Magdeburger Verteidigung vor immense Herausforderungen. „Jannik hat eine starke Partie gespielt. Gegen diesen Gegner so viel Verantwortung zu übernehmen, verdient größten Respekt“, betonte Katsagiorgis. „Seine Offensive war stark. Noch wichtiger ist für uns seine Defense, sein Einsatz beim offensiven Rebound und die Präsenz, mit der er den Gegner beschäftigt hat.“ Eine Einschätzung, die nach der Partie auch aus dem Publikum vielfach bestätigt wurde.

Im letzten Viertel prägten die Defensivreihen das Spiel. Beide Mannschaften hatten bei hohem Tempo und intensivem Körpereinsatz spürbar Kräfte gelassen. Jeder Korb musste hart erarbeitet werden. Trotz der großen physischen Belastung blieb die von den Schiedsrichtern geleitete Begegnung fair. Mit 46 Sekunden vor Schluss führten die Panthers noch mit 77:76. „Im letzten Angriff des USC haben wir 20 Sekunden gut verteidigt, dann aber kurz den Fokus verloren uns so die zwei Punkte kassiert“, so Trainer Katsagiorgis. Die letzten 19 Sekunden auf der Uhr versuchten die Panthers noch einen Wurf zu kreieren, was jedoch nicht gelang. So drehte Magdeburg in den letzten Sekunden die Partie zum 78:77-Endstand und entführte den Sieg aus der heimischen Bodelandhalle.

Neben der sportlichen Leistung blieb die Atmosphäre in der Bodelandhalle in Erinnerung. Schimpfermann freute sich als Abteilungsleiter besonders über den breiten Publikumszuspruch: „Natürlich tut es weh, ein solches Spiel mit einem Punkt zu verlieren. Aber ich bin sehr stolz auf das, was hier inzwischen wächst. Über 150 Zuschauer zeigen, dass sich rund um unseren Basketball eine lebendige Kultur entwickelt. Besonders schön ist, dass so viele Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Eltern in die Halle kommen und ein solch ansprechendes Spiel erleben – dafür nochmals einen großen Dank.“

Auch wenn der erste Saisonsieg noch auf sich warten lässt: Mit diesem starken Auftritt darf sich die Mannschaft zurecht Hoffnungen auf die Playoffs machen, in der ein Wiedersehen mit dem USC Magdeburg sehr wahrscheinlich erscheint.

Boxscore: Timon Hilse (2); Dominik Gottowik (1); Collin Maddox Vollmershausen; Jannik Matlach (16, 2/6); Gunter Schimpfermann (9, 1 Dreier); Sebastian Knippertz; Alexander Helten (24, 5/8, 3 Dreier); Ricardo Thomas (1, 1/2); Christian Meier (0, 0/2); Felix Braun (4, 4/4); René Schneider (20, 7/8, 3 Dreier).

René Schneider mit einer erneut starken Partie (Foto: Marko Heiroth)