Saisonendspurt bei den Panthers: Zwischen Pokalchance und Titelträumen im Nachwuchs

Während die Herren ihre Saison bereits abgehakt haben, beginnt bei den Jugendteams der BG GutsMuths Quedlinburg Panthers/Martineum Halberstadt jetzt die heißeste Phase des Basketballjahres. Mehr als 160 Spiele werden die Mannschaften der Spielgemeinschaft bis zum Ende der Saison 2025/26 im Erwachsenen- und Jugendbereich absolviert haben. Eine eindrucksvolle Zahl – und zugleich ein deutliches Zeichen dafür, wie breit, lebendig und ambitioniert der Basketball in Quedlinburg und Halberstadt inzwischen aufgestellt ist.

Herrenbereich: Viel richtig gemacht, aber auch offene Baustellen

Die erste Herrenmannschaft hat in der Oberliga eine Saison gespielt, die sich kaum treffender als Drahtseilakt beschreiben lässt. Woche für Woche bewegten sich die Panthers in einer Liga, in der nur Kleinigkeiten darüber entschieden, ob der Blick nach oben oder nach unten gehen musste „Ein Sieg mehr und wir wären mit der Oberligamannschaft in den Playoffs gelandet. Ein Sieg weniger und wir hätten uns ganz ernsthaft mit dem Abstieg beschäftigen müssen – so knapp und ausgeglichen war die bisherige Saison“, resümierte Abteilungsleiter Gunter Schimpfermann. Diese Bilanz zeigt vor allem eines: Die Panthers haben sich in einer extrem ausgeglichenen Liga behauptet und eine insgesamt gute Saison gespielt. Ganz abgeschlossen ist die Spielzeit für die erste Mannschaft allerdings noch nicht. Am 18. April wartet in eigener Halle die dritte Runde des Landespokals gegen den 1. Magdeburger Basketballclub. Und plötzlich lebt sie wieder, die Hoffnung auf einen besonderen Saisonabschluss. „Drei weitere Siege, und man könnte sich mit dem Landespokal krönen“, blickt Schimpfermann optimistisch voraus.

Weniger zufrieden fällt die Bilanz der zweiten Herrenmannschaft aus. Mit fünf Siegen bei acht Niederlagen sprang am Ende nur der siebente Tabellenplatz heraus – zu wenig für die eigenen Ansprüche. „Als Nachwuchsteam der Oberliga-Herrenmannschaft vor der Saison gestartet, erwies sich das Konzept als nicht nachhaltig genug. Hier müssen wir zur neuen Saison nachjustieren“, zog Jörg Göhler ein ehrliches Fazit. Dennoch war auch diese Saison nicht ohne Wert: Viele junge Spieler sammelten wichtige Minuten und Erfahrungen im Herrenbereich – ein Faktor, der für die weitere Entwicklung der gesamten Spielgemeinschaft von Bedeutung bleibt.

Jugendbereich: Ungeschlagen, ehrgeizig und bereit für große Spiele

Während im Herrenbereich bilanziert wird, dreht der Nachwuchs erst richtig auf. Sämtliche Jugendmannschaften stehen weiterhin im Spielbetrieb – und mehrere Teams mischen ganz vorne mit.

Die U18 marschiert weiterhin ungeschlagen durch die Bezirksliga Magdeburg/Harz/Altmark und behauptet souverän den ersten Tabellenplatz. Trotz widriger Trainingsumstände schafften es das Trainerduo René Schneider/ Dominik Gottowik ein konkurrenzfähiges Team zu formen. Auch die U16 II liefert eine beeindruckende Saison ab. Das Team von Trainer Abhishek Ellapu steht in der Bezirksliga Harz mit sieben Siegen aus sieben Spielen ebenfalls ungeschlagen an der Spitze und hat es im letzten ausstehenden Spiel selbst in der Hand, die perfekte Runde zu vollenden.

Noch größer ist derzeit die Aufmerksamkeit rund um die U16 I. Das Team von Trainer Nestor Katsagiorgis spielte am vergangenen Wochenende im Qualifikationsturnier um die Norddeutschen Meisterschaften gegen Alba Berlin, VfB Hermsdorf und Potsdam um den Einzug in die Finalrunde – eine Bühne, die verdeutlicht, wie stark sich die Mannschaft inzwischen entwickelt hat. Nun steht das nächste große Highlight bevor: Am 2. Mai empfängt Quedlinburg in der Bodelandhalle den punktgleichen USV Halle zum direkten Duell um die Landesmeisterschaft in Sachsen-Anhalt. Mehr Endspielcharakter geht kaum. Die U16 I hat in den vergangenen beiden Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen und darf inzwischen völlig zurecht als sportliches Aushängeschild des Panthers-Jugendbasketballs gelten.

Von der U14 bis zur U12: Breite als echte Stärke

Dass die Panthers im Nachwuchsbereich nicht nur an der Spitze, sondern auch in der Breite stark aufgestellt sind, zeigt der Blick auf die weiteren Teams. Die U14 I spielt in der Landesliga Sachsen-Anhalt eine starke Saison und steht mit fünf Siegen und drei Niederlagen auf einem respektablen dritten Tabellenplatz. Bei noch zwei ausstehenden Spielen ist sogar die Vizemeisterschaft möglich. „Was ein großer Erfolg für unser Jugendkonzept wäre und zugleich Perspektive für die jüngeren Jahrgänge unserer Organisation aufzeigt“, so Göhler und ergänzend, dass „wir lediglich in der Mitteldeutschen Liga (MDL) noch Entwicklungspotenzial haben und uns dort mit drei Siegen bei neun Niederlagen im unteren Tabellenfeld wiederfinden“.

Die U14 II von Trainer Jens Petrasch wurde dagegen von den Umständen ausgebremst. Weil sich zwei Mannschaften noch vor Saisonbeginn aus der Bezirksliga zurückzogen, ist aus einem regulären Wettbewerb eine stark verkürzte Runde geworden. „Wir haben aktuell einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto; von ernsthaftem Wettbewerb ist kaum zu reden, dennoch nehmen wir jedes Spiel seriös an. Unser Anspruch ist, dass wir auch unter diesen Bedingungen den Titel holen“, sagt Petrasch. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt das Ziel also klar.

Eine besondere Herausforderung stellt sich in der U14 weiblich. Dort geht das jüngste Team der Liga gegen teils deutlich ältere Gegnerinnen an den Start. Für Trainerin Yvonne Kriseleit steht deshalb weniger das Ergebnis als die Entwicklung im Mittelpunkt: „Es sind wenige Mädchenteams gemeldet. So starten wir in einer starken Liga als jüngstes Team in der U14 gegen zum Teil viel ältere Mädchen. Am Ende ist das aber egal, da uns wichtig ist, dass die Spielerinnen Spielzeit und Spielpraxis erhalten. Wir sehen von Spiel zu Spiel weitere Fortschritte.“

Geradezu beispielhaft für die gewachsene Basis der Spielgemeinschaft ist schließlich die U12. Die von Gunter Schimpfermann und Juliane Ottersberg trainierte U12 I belegt in der Landesliga Sachsen-Anhalt bei noch fünf ausstehenden Spielen einen starken dritten Tabellenplatz. In der Bezirksliga Harz stellen die Panthers gleich drei Teams – und sorgen damit für bemerkenswerte Tiefe. Die U12 III aus Quedlinburg führt als jüngstes Team der Liga mit zehn Siegen und drei Niederlagen die Tabelle an, hat jedoch bereits ein Spiel mehr absolviert als die Konkurrenz. Die U12 II aus Halberstadt liegt mit acht Siegen und zwei Niederlagen auf Rang drei, die U12 IV folgt auf Platz vier. Im Titelrennen könnten am Ende vor allem noch die Aschersleben Tigers gefährlich werden.

Der Saisonendspurt der BG GutsMuths Quedlinburg Panthers/Martineum Halberstadt steht für weit mehr als für Siege, Niederlagen und Tabellenstände. Er erzählt von einer Spielgemeinschaft, deren Jugendarbeit sichtbar Früchte trägt, deren Teams mit Leidenschaft und Qualität auftreten und deren Entwicklung längst kein Zufall mehr ist. Die Panthers wollen den Kinder- und Jugendbasketball in der Region auch in Zukunft aktiv stärken und nachhaltig aufbauen. „Das Ziel ist klar: jungen Spielerinnen und Spielern in Quedlinburg und Halberstadt eine echte sportliche Perspektive im Breiten- und Leistungssport zu bieten – und den Basketball vor Ort Schritt für Schritt weiter nach vorn zu bringen“, sind sich die Abteilungsleiter Gunter Schimpfermann und Jörg Göhler einig.

Hanne Quandt (am Ball) spielte bereits diese Saison über 20 Spiele in der U12 und U14 und ist in beiden Teams wesentliche Leistungsträgern (Foto: Marko Heiroth)

Benedikt Schimpfermann (23) spielt neben der U12 Landesliga auch in der MDL U13 und der U14 Landesliga (Foto: Marko Heiroth).