Panthers unterliegen trotz starker Phase nach der Pause 75:84 – Justabs Halle I dreht die Partie im Schlussviertel

In der Bodelandhalle lieferten sich die BG GutsMuths Quedlinburg Panthers und Justabs Halle I ein intensives Oberliga-Duell mit vielen Momentumwechseln – am Ende setzten sich die Gäste mit 84:75 durch. Die Panthers warfen sich nach einem schwierigen Start eindrucksvoll zurück und gingen mit einer Acht-Punkte-Führung ins letzte Viertel, konnten die Partie aber im Schlussabschnitt nicht über die Zeit bringen. Schon vor dem Tip-off war klar, welche Bedeutung dieses Spiel für beide Seiten hat. „Ein Traditionsduell zweier etablierter Mannschaften der Oberliga Sachsen-Anhalts“, ordnete Christian Deike, ehrenamtlicher Fanbeauftragter der Panthers, die Begegnung ein. Nach dem erneuten Heim-Dämpfer fand Deike jedoch deutliche Worte: „Die Playoff-Träume rücken nunmehr in weite Ferne nach der nächsten knappen Heimniederlage. Ab jetzt befinden wir uns im Abstiegskampf“, ergänzte er mit Nachdruck.

Früher Rückstand, dann Stabilisierung bis zur Halbzeit

Die Panthers kamen zunächst schwer in die Partie. Halle nutzte seine Vorteile in der Physis, kam entschlossen zum Korb und erspielte sich im ersten Viertel ein 22:16. Auch in Abschnitt zwei blieb das Spiel umkämpft – Quedlinburg fand besser in die Abläufe, verteidigte griffiger und hielt den Rückstand in Grenzen. Zur Pause stand es 35:40 aus Sicht der Panthers. Trainer Nestor Katsagiorgis beschrieb die ersten 20 Minuten nach dem Spiel entsprechend vielschichtig: „Schlecht gestartet, gut aufgeholt zur Halbzeit“, so sein Zwischenfazit, das zum Spielverlauf passte: Quedlinburg brauchte Anlauf, war dann aber voll im Duell.

Panthers-Run im dritten Viertel: Spiel gedreht, Halle kurzzeitig überrascht

Nach der Pause zeigte Quedlinburg sein bestes Viertel. Mit hoher Energie, besserem Timing im Rebound und mutigen Abschlüssen rissen die Panthers das Spiel an sich. Ein 11:0-Lauf brachte die Halle zum Kochen – plötzlich führte Quedlinburg und setzte Halle unter Druck. Das dritte Viertel ging deutlich mit 29:16 an die Hausherren, die zwischenzeitlich auf 64:56 stellten. Auch Katsagiorgis betonte die Phase, in der sein Team die richtigen Stellschrauben fand – insbesondere gegen Halles physisch spielende Center: „Halle hatte starke Big Men, die wir erst mit der Umstellung unserer Defense in den Griff bekommen haben. So gehen wir mit einem ordentlichen Vorsprung in den Schlussabschnitt und müssen das Spiel nach Hause bringen“, erklärte der Coach.

Alexander Helten (weiß) wurde oft von Halles Defensive gedoppelt und zu wurde so zu schweren Würfen gezwungen (Foto: Marko Heiroth)

Schlussviertel kippt komplett – Panthers verlieren den Faden

Doch was im dritten Abschnitt wie der Weg zum Heimsieg aussah, kippte im letzten Viertel komplett. Halle erhöhte die Intensität, traf wichtige Würfe und zwang Quedlinburg zu schnellen, unruhigen Entscheidungen. Das vierte Viertel ging mit 28:11 an die Gäste – der Vorsprung der Panthers war innerhalb weniger Minuten aufgebraucht, am Ende stand eine 75:84-Niederlage. Katsagiorgis nahm kein Blatt vor den Mund: „Engagiert im dritten Viertel gespielt, mit acht Punkten Vorsprung ins vierte viertel gegangen, durch Unkonzentriertheiten und überhastetes Spiel den Faden verloren und das Spiel abgegeben“, resümierte er sichtlich enttäuscht. Besonders ärgerlich aus Panthers-Sicht: Der Plan für die Crunchtime war klar – umgesetzt wurde er nicht. „Unser Ziel war es, den Ball so lange wie möglich in unserem Besitz zu halten, die Angriffe auszuspielen und Zeit von der Uhr zu nehmen. Stattdessen wirkte der Schlussabschnitt fahrig, überhastet, aufgeregt und übermotiviert“, so der Trainer.

Offensive getragen von Helten und Schneider – Umbruch läuft parallel

Trotz der Niederlage gab es individuelle Ausrufezeichen. René Schneider war mit 24 Punkten Topscorer der Panthers, Alexander Helten folgte mit 19 Zählern. Dahinter punkteten Dustin Fessel (8) und Gunter Schimpfermann (7), Christian Meier (6) sowie Michael Müller (5). Christopher Hahn und Bachir Gaye steuerten jeweils 3 Punkte bei. Gerade Gaye und Lübke stehen exemplarisch für den laufenden Umbruch: Beide erhielten jeweils knapp zehn Minuten Einsatzzeit und sammelten wichtige Spielpraxis. Timon Hilse und Jacques Emmanuel Nga-Omgba kamen zwar nicht zum Einsatz, sind aber – wie betont wird – fester Bestandteil des Teams und des Entwicklungsprozesses. In einer Phase, in der Ergebnisse und Aufbauarbeit gleichzeitig bewältigt werden müssen, lastet naturgemäß viel Verantwortung auf den tragenden Schultern – diesmal vor allem auf Helten und Schneider, die die Offensive über weite Strecken prägten.

Blick nach vorn

Unterm Strich bleibt für die Panthers eine bittere Erkenntnis: Drei starke Viertel reichen nicht, wenn das letzte Viertel komplett entgleitet. Die Leistung im dritten Abschnitt zeigte, welches Potenzial in der Mannschaft steckt – die Schlussphase zeigte aber ebenso, wo die nächsten Trainingsschwerpunkte liegen: Ruhe in der Entscheidung, saubere Ballbesitzphasen und konsequente Ausführung unter Druck. Oder, wie es Fanbeauftragter Deike nach dem Abpfiff einordnet: Die Playoff-Hoffnung ist erst einmal in den Hintergrund gerückt – jetzt geht es darum, „im Abstiegskampf“ die nötigen Punkte zu holen. Die nächste Chance gibt es im Heimspiel am 24. Januar gegen den VfL Kalbe/ Milde. Anwurf ist 20:15 Uhr in der Bodelandhalle Quedlinburg.

Christian Meier (17) und Dustin Fessel (35) mussten hart gegen den Center aus Halle arbeiten (Foto: Marko Heiroth)