Oberliga- Herren: Unglückliche 70:74 Niederlage nach Basketball-Krimi in der Bodelandhalle

Die rund 120 Zuschauer erlebten kurz vor dem dritten Advent in der Bodelandhalle Quedlinburg ein Basketballspiel, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Acht Minuten vor Schluss entwickelte sich eine hochspannende Partie mit stetigen Führungswechseln, in der die BG GM Panthers QLB/HBS dem Tabellenzweiten Baskets Wolmirstedt I alles abverlangten, am Ende jedoch denkbar knapp mit 70:74 unterlagen.

Intensives Duell und sichtbares Scouting auf beiden Seiten
Von Beginn an war erkennbar, wie gut beide Teams aufeinander vorbereitet waren. Das Scouting spielte eine zentrale Rolle: Die Panthers versuchten früh, das strukturierte Aufbauspiel der Gäste zu stören und gezielt Druck auf die ballführenden Spieler auszuüben. Wolmirstedt wiederum stellte sich konsequent auf die offensive Hauptlast der Hausherren ein und verdichtete immer wieder die Zone, um einfache Abschlüsse zu verhindern.

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit übernahmen die Gäste phasenweise die Kontrolle, doch die Panthers kämpften sich mit hoher Intensität zurück. Besonders Alexander Helten zeigte sich einmal mehr als offensiver Fixpunkt und hielt sein Team mit starken Aktionen im Spiel. Dennoch blieb die Partie bis in die Schlussminuten völlig offen – ein Spiegelbild der zahlreichen Führungswechsel und der taktischen Anpassungen auf beiden Seiten.

Acht Minuten Hochspannung und bitteres Ende
Die Schlussphase hatte es in sich: Center Bachir Gaye glich 38 Sekunden vor dem Ende zum 70:70 aus – die Halle stand Kopf. Nach einer Auszeit von Wolmirstedt spielten die Gäste ihren Angriff lange und geduldig aus. Eine kurze Unachtsamkeit in der Panthers-Defense reichte jedoch aus, um einen Dreipunktwurf zum 70:73 zu kassieren. Im direkten Gegenzug bot sich den Panthers noch die Chance zum Ausgleich, doch Alexander Helten verfehlte den schwierigen Dreier. Um die Uhr zu stoppen, folgte ein Foul von Dustin Fessel. Wolmirstedt behielt an der Freiwurflinie die Nerven und verwandelte 0,8 Sekunden vor Schluss einen von zwei Versuchen – die Entscheidung.

Trainer Nestor Katsagiorgis sprach nach dem Spiel von einer „sehr unglücklichen Niederlage“. Phasenweise habe sein Team ein mentales Manko gezeigt und nicht die notwendige Energie aufgebracht, um sich nach intensiver Defensivarbeit auch offensiv zu belohnen. „Im Grundsatz haben wir zu viele einfache Korbleger liegen lassen und wollten statt einfacher Aktionen zu viel“, so der Coach sinngemäß. Auch wenn es gegen den Tabellenzweiten ging, sei der Sieg „zu 99 Prozent drin gewesen“. Die Panthers hätten sich die Niederlage durch Unachtsamkeiten in der Defensive und mangelnde Konsequenz in der Offensive selbst zuzuschreiben – die Quittung dafür sei bitter ausgefallen.

Positiv hervorzuheben war der Einsatz der Jugendspieler Julian Schlittchen und Theo Lübke. Schlittchen erhielt wichtige Minuten, musste jedoch zwei unglückliche Fouls hinnehmen. „Das waren sehr saubere, clevere Defensivaktionen – in zwei Jahren bekommt er diese Pfiffe nicht mehr“, so Katsagiorgis, der betonte, dass Schlittchen gezeigt habe, sich weitere Minuten im Herrenbereich verdienen zu können. Auch Theo Lübke sammelte wertvolle Erfahrungen und soll bei weiterem Engagement im Training künftig mehr Spielzeit erhalten.

Mit nun vier Siegen und fünf Niederlagen gehen die BG GM Panthers QLB/HBS in die Weihnachtspause, belegen dennoch einen respektablen fünften Platz in der Oberliga Sachsen-Anhalt. Klar ist jedoch auch: Zum Start ins neue Jahr am 11. Januar gegen Weißenfels soll und muss in eigener Halle ein Heimsieg her.

Es spielten: Theo Lübke, Julian Schlittchen, Dominik Gottowik (2), Michael Müller, Gunter Schimpfermann (6), Alexander Helten (31, 3/4 Freiwürfe, 4 Dreier), Jörg Göhler, Christian Meier (3, 1/2), Felix Braun, René Schneider (18, 6/6, 2), Bachir Gaye (8, 4/8), Dustin Fessel (2, 0/2).

Nachwuchsspieler Theo Lübke zeigte gute Minuten im Panthers-Trikot (Foto: Marko Heiroth)

Es fehlte an Unterstützung im Scoring: nur Alexander Helten (rot) und René Schneider punkteten zweistellig im Team der Panthers (Foto: Marko Heiroth)

Dominik Gottowik, hier beim Layup, überzeugte vorallem Defensiv (Foto: Marko Heiroth)